Kalibergbaumuseum

Informationsstätte für Kalibergbau in Hülsen und im Aller-Leine-Tal im Schafstallviertel Hülsen

Die „Kalistube“ wurde im Juli 2017 eingerichtet. Hier wird die Zeit des Kalibergbaues in den betroffenen Orten des Aller-Leine-Tals durch Werkzeuge, Geräte, Bilder, Pläne und andere Relikte aus dieser Zeit dargestellt. Die Schaffung der“Kalistube“ wurde ab dem Jahre 2014 in einem gemeinsamen Projekt der Gemeinde Dörverden und des Kulturförderkreises Hülsen geplant. Die Arbeiten begannen im Jahr 2016.

Geöffnet ist die Infostätte immer bei öffentlichen Veranstaltungen im historischen Schafstallviertel Hülsen. Es können mit dem Kulturförderkreis Hülsen Öffnungstermine und Führungen vereinbart werden, die auch die noch vorhandenen Gebäude und Anlagen des ehemaligen Kalibergwerkes betreffen (info@kulturfoerderkreis-huelsen.de). Auch die Gemeinde Dörverden erteilt Auskünfte.

Die damals weltweit steigende Nachfrage nach Mineraldünger und die sich daraus ergebende Aussicht auf große Gewinne veranlasste die Kaliindustrie um die Wende zum 20. Jahrhundert in der preußischen Provinz Hannover, nach Kalisalz-Lagerstätten zu suchen. Nicht nur in Hülsen, sondern in acht weiteren Dörfern des Aller-Leine-Tals wurden nach entsprechenden Nachweisen von Salzlagerstätten Schachtanlagen und Kaliwerke gebaut. Es begann eine Zeit wirtschaftlicher Blüte. Sie dauerte allerdings nicht lange, denn nach dem 1. Weltkrieg musste Deutschland Elsass-Lothringen an Frankreich abtreten und damit verlor Deutschland das Kalimonopol. Dadurch wurde ein Abbau mehr und mehr unrentabel. Und so endete in den Jahren 1923 bis 1925 auch in den Kalidörfern unserer Region die kurze industriell geprägte Blütezeit. 

Diese Zeit war nicht nur für die im Kalibergbau beschäftigten Menschen, sondern auch für die gesellschaftliche Entwicklung der betroffenen Dörfer bedeutungsvoll. Sie hat Spuren hinterlassen. Und diese Spuren waren ein Hintergrund dafür, den daran interessierten Menschen eine Informationsmöglichkeit dieser Epoche zu vermitteln.

Die Schaffung einer „Kalistube“ wurde ab dem Jahre 2014 in einem gemeinsamen Projekt der Gemeinde Dörverden und des Kulturförderkreises Hülsen geplant. Im Jahre 2016 konnte der Antrag für das Leader-Projekt „Schaffung einer Informationsstätte für Kalibergbau in Hülsen und im Aller-Leine-Tal“ gestellt werden. Im Juli 2017 ist die „Kalistube“ eingerichtet worden.

Zu sehen sind hier neben vielen Gerätschaften aus der Bergbauzeit auch Bergmannsuniformen, Salzkerne und -proben sowie Schautafeln zur Entstehung der Salzlagerstätten. Die Bilder und Beschreibungen des Betriebes und der technischen Anlagen von Kaliwerken sowie deren Folgen betreffen in erster Linie die beiden Hülsener Bergwerke „Carlsglück“ und „Wilhelmine“.  Aber auch alle anderen Bergwerksanlagen in Kalistandorten des Aller-Leine-Tals sind in dem Museum dargestellt.

Weitere Hinweistafeln zeigen die Entwicklung nach der Zeit der Förderung und Produktion auf. Diese Entwicklung hatte Folgen, die bis in die heutige Zeit hinein deutlich erkennbar sind. Dazu gehörte die Motorsportschule, die Lagerung von Munition im Bergwerk durch die Wehrmacht, das danach folgende Kreisflüchtlingslager und die Ansiedlung der Leuchtenfabrik NORKA und letztlich das Einleiten von Rohöl in die Hohlräume des Bergwerkes und dessen Lagerung. Alle diese einzelnen Nutzungen des ehemaligen Bergwerkgeländes werden in der Kalistube präsentiert.

Beschrieben sind auch die einzelnen Werkzeuge, Geräte und Ausstattungsgegenstände sowie die technischen Anlagen und Abläufe.  Ein integrierter Multimediabereich macht es möglich, sich begleitend durch entsprechende Bilder und DVDs über Bergbautechnik, Kalisalzabbau und das Bergmannsleben zu informieren. Eine umfassende Fachbibliothek gibt Auskünfte über alle Bereiche des Bergmanns- und des Bergwerkswesens.

Ein großer Teil der gezeigten Gegenstände sind Teil einer Sammlung von Gunter Schäffler aus Häuslingen, die von seinem Sohn Vadim Schäffler nach dem Tod seines Vaters dem Kulturförderkreis Hülsen mit der Auflage übergeben worden sind, sie möglichst vielen Menschen in einer Ausstellung zu präsentieren. Daraus ist das Leader-Projekt „Einrichtung einer Kalistube“ entstanden, das in der Trägerschaft der Gemeinde Dörverden auf der Basis einer Kooperationsvereinbarung mit dem Kulturförderkreis von den „Montagsdienstlern“ des Vereins (siehe auch: Montagsdienstler) geplant und eingerichtet worden ist. Gefördert wurde das Projekt aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums.

Geöffnet ist die Kalistube bei öffentlichen Veranstaltungen des Kulturförderkreises Hülsen im historischen Schafstallviertel. Es können mit dem Verein Öffnungstermine und Führungen vereinbart werden, die auch die noch vorhandenen Gebäude und Anlagen des ehemaligen Kalibergwerkes betreffen (info@kulturfoerderkreis-huelsen.de). Die Gemeinde Dörverden erteilt ebenfalls Auskünfte.