Kalibergbaumuseum

Informationsstätte für Kalibergbau in Hülsen und im Aller-Leine-Tal im Schafstallviertel Hülsen

Bereits in den Jahren 2011 bis 2013 hatte sich die Projektgruppe „Kaligeschichte im Aller-Leine-Tal“ im Rahmen eines LEADER-Projektes mit der Einrichtung einer „Kalistube“ beschäftigt. in der die Zeit des Kalibergbaues in den betroffenen Orten des Aller-Leine-Tals durch Werkzeuge, Geräte, Bilder und Pläne und andere „Überbleibsel“ aus dieser Zeit dargestellt werden sollte. Dazu ist es aber bis zum Abschluss des Projektes nicht gekommen. Allerdings gab es in Groß Häuslingen eine private Sammlung, die Gunter Schäffler in seinem Haus zusammen getragen hatte.

Leider verstarb er im Jahre 2014. Sein Sohn Vadim Schäffler war daran interessiert, die Sammlung seines Vaters „in guten Händen zu wissen“ und sie möglichst vielen interessierten Menschen zugänglich zu machen. Daraus entstand der von Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige (Samtgemeinde Rethem) eingebrachte Gedanke, in einem neuen LEADER-Projekt nun die angedachte „Kalistube“ zu verwirklichen. Der Kulturförderkreis Hülsen hat diesen Gedanken aufgegriffen und vorgeschlagen, in einem der ehemaligen Schafställe des Schafstallviertels Hülsen ein kleines Kalimuseum einzurichten. Dieser Vorschlag gefiel Vadim Schäffler, der sich damit einverstanden erklärte, die Sammlung seines Vaters der Gemeinde Häuslingen mit der Bedingung zu schenken, sie dem Kulturförderkreis Hülsen als Dauerleihgabe für eine Ausstellung zu überlassen. Begeistert von dieser Idee war auch Dörverdens Bürgermeister Alexander von Seggern, denn der für das Projekt vorgesehene Schafstall befindet sich im Eigentum der Gemeinde. Die Gemeinde Dörverden war bereit, die Projektträgerschaft zu übernehmen.

Vereinbart wurde eine Kooperationspartnerschaft mit dem Kulturförderkreis Hülsen, der die mit der Umsetzung der Maßnahme anfallenden Arbeiten übernahm. Nachdem alle Formalitäten erledigt und die Genehmigung durch die Lokale Arbeitsgruppe (LAG) erteilt war, begannen die „Montagsdienstler“ des Kulturförderkreises Hülsen, wie sich eine Truppe rüstiger Rentner bezeichnet. im September 2016 mit den Arbeiten. Und nun die Arbeiten abgeschlossen. Entstanden ist eine Informationsstätte, in der sich der interessierte Besucher anhand von Ausstellungsstücken, Plänen, Bildern, Hinweistafeln, Büchern, Uniformen, Salzkernen und vielen Beschreibungen ein Bild von dem Leben der Bergleute in den betroffenen Bergwerksorten machen kann. Das gilt insbesondere für Hülsen, aber auch die übrigen Bergwerksstandorte im Aller-Leine-Tal sind hier durch Bildtafeln vertreten. Vertreten ist hier auch der Salzsiedeverein Soltau, zu dem eine Vereinsfreundschaft besteht. In einer Vitrine stellt dieser Verein seine Arbeit und sein Museum in Soltau vor.

Geöffnet ist die Infostätte immer bei öffentlichen Veranstaltungen im historischen Schafstallviertel Hülsen. Es können mit dem Kulturförderkreis Hülsen Öffnungstermine und Führungen vereinbart werden, die auch die noch vorhandenen Gebäude und Anlagen des ehemaligen Kalibergwerkes betreffen (info@kulturfoerderkreis-huelsen.de). Auch die Gemeinde Dörverden erteilt Auskünfte.

Anfang des 20. Jahrhunderts ist in Hülsen an der Aller ein Kalibergwerk betrieben worden. Es hat seine Produktion im Jahre 1924 eingestellt. Diese Zeit des Bergbaues hat die ehemaligen Gemeinde Hülsen, heute Ortschaft der Gemeinde Dörverden, nachhaltig geprägt. Die Folgen sind bis in die heutige Zeit deutlich sichtbar. Deshalb hat sich der Kulturförderkreis Hülsen bemüht, möglichst viele Bilder, Berichte und Pläne aus dieser Zeit zu sammeln. Leider war es dem Verein bisher nicht gelungen, die gesammelten Unterlagen umfassend auszuwerten und das sich daraus ergebende Wissen zu dokumentieren. Sehr gern hat sich der Verein deshalb an dem Projekt „Kaligeschichte im Aller-Leine-Tal“ und an den Recherchen für das im Rahmen des Projektes herausgegebene Buch „Kalifieber“ von Dr. Stephan Heinemann als eine wesentliche Grundlage für die Aufarbeitung der eigenen Kalibergbaugeschichte in Hülsen beteiligt.

Im Zusammhang mit dem Projekt Kaligeschichte im Aller-Leine-Tal ist auch angedacht gewesen, eine „Kalistube“ einzurichten, um der interressierten Besuchen anhand von Bildern, Plänen und Gegenständen anschaulich Eindrücke aus der Zeit des Bergbaues zu vermitteln. Diese Möglichkeit ergab sich, als Gunter Schäffler, der in Häuslingen eine private Sammlung mit vielen Gegenständen aus dem Bergbau und insbesondere aus der Kalizeit zusammengetragen hatte, im Februar 2014 verstarb und sein Sohn Vadim Schäffler daran gelegen war, diese Sammlung „in guten Händen zu wissen“ und sie möglichst vielen interessierten Menschen zugänglich zu machen.

In einem Gespräch am 02. September 2014 zwischen ihm, Herrn Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige (Samtgemeinde Rethem), Frau Bürgermeisterin Dr. Kathrin Wrobel (Gemeinde Häuslingen), Herrn Dr. Dieter Plöthner (Arbeitsgruppe Kaligeschichte) sowie Doris Köhler, Klaus Hartmann und Werner Osthoff vom Beirat des Kulturförderkreises Hülsen waren sich die Beteiligten einig, dass die Sammlung durch einen Schenkungsvertrag der Gemeinde Häuslingen übereignet wird und diese sie dem Kulturförderkreis Hülsen als Dauerleihgabe für eine Ausstellung in einem der historischen Schafställe in Hülsen überlässt. Die entsprechenden Verträge sind inzwischen geschlossen und beurkundet worden; ca. 200 Ausstellungsstücke sind danach vom Kulturförderkreis Hülsen fotografiert, registriert und in dessen Obhut übernommen worden. Nun ist beabsichtigt, in einem der ehemaligen Schafställe des historischen Schafstallviertels in Hülsen ein kleines Kalibergbaumuseum für Hülsen und für das Aller-Leine-Tal einzurichten. Der Standort hat insoweit einen Bezug zum ehemaligen Kalibergwerk, als mitten durch das Schafstallviertel die Trasse der ehemaligen Kalibahn von der Kalifabrik zum Bahnhof Hülsen verläuft. Im Rahmen des Aller-LeineTal-Projektes ist hier bereits eine Informationstafel aufgestellt worden.

Es ist daran gedacht, dieses Projekt als ein weiteres Folgeprojekt im Aller-Leine-Tal anzumelden. Zur Zeit werden Überlegungen zur Trägerschaft angestellt, um dann zu gegebener Zeit einen Förderantrag zu stellen.